Sie hat in ihrem kleinen Turm kein sonst übliches elektrisches Läutewerk. Vielmehr werden die zwei Glocken noch von Hand betrieben. Die an den Glocken angebrachten Seile ragen hinunter bis in das Kircheninnere, wo der Küster Hand anlegt und die Seile auf und ab bewegt. Wie Pfarrer Johannes Cunradi mitteilt, erklingen die Glocken immer sonntags um 10 Uhr sowie zu Gottesdiensten und anderen Anlässen. Auch in der Kirche in Nieder-Moos, die durch ihre Konzertreihen einen großen Bekanntheitsgrad hat, werden die Glocken noch von Hand bedient. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Ober-Mooser Kirche als einziges Gotteshaus in der Gesamtgemeinde noch im Eigentum der Gemeinde Freiensteinau ist. Darauf verweist Bürgermeister Sascha Spielberger. Entsprechend ist die Gemeinde auch Kostenträger bei Sanierungsarbeiten.
Die letzte größere war vor zwei Jahren. Damals wurde der schadhafte Kirchturm komplett neu geschalt und geschiefert. Balken mussten erneuert werden. Renoviert wurde auch das Turmkreuz. Zudem auch nahezu das gesamte Dach. Dazu war die Kirche über mehrere Wochen eingerüstet. Zudem wurden die Fenster ausgebessert und neu gestrichen. Sanierungsarbeiten fanden auch im Kircheninneren statt. Nicht mehr der Bauordnung entsprach die Empore. Die Brüstung war zu niedrig und wurde erhöht. (fc)
GESCHICHTE DES GOTTESHAUSES
Das Ober-Mooser Gotteshaus hat eine bewegte Geschichte. Im Jahr 1738 ist der erste Kirchenbau in Ober-Moos in den Geschichtsbüchern datiert. Es handelte sich damals um einen Fachwerkbau. Durch einen Blitzschlag ist die Kirche im Jahr 1909 abgebrannt.
Bereits ein Jahr später erfolgte ein Neubau. Die Außenwände wurden in Naturbasaltsteinen gebaut. Fenster und Türen erhielten Sandstein-Einfassungen. Die nächste Zerstörung des Gotteshauses geschah zum Kriegsende im Jahr 1945. Ende der 1940er/Anfang der 1950er Jahre erfolgte ein Wiederaufbau. Seit dieser Zeit ist die Kirche wieder ein markanter Blickfang in der Ortsmitte.
Die Kirche ist sonntags geöffnet zum Gebet.